Die Landwirtschaft am Limit

Weizen 2026

Die Schweizer Landwirtschaft steht unter massivem Druck – und die Situation verschärft sich weiter. Besonders deutlich zeigt sich dies aktuell bei den Schweinepreisen, beim Milchpreis sowie bei der angekündigten Richtpreissenkung beim Brotgetreide.

In den vergangenen Jahren sind die Produktionskosten stark gestiegen. Dünger, Pflanzenschutzmittel, Maschinen, Treibstoff und Ersatzteile – praktisch alle Vorleistungen sind deutlich teurer geworden. Gleichzeitig sinken die Produzentenpreise oder verharren auf ungenügendem Niveau. Für viele Betriebe ist diese Entwicklung existenzbedrohend. Dabei wird oft ausgeblendet: Das Einkommen in der Landwirtschaft ist bereits heute tief und hat sich trotz steigender Gesamtumsätze kaum verbessert. Ein grosser Teil der Mehreinnahmen wird durch höhere Kosten wieder aufgefressen. Die Betriebe leisten mehr und tragen höhere Risiken – ohne entsprechend entlöhnt zu werden.

Es stellt sich daher die grundlegende und unangenehme Frage: Was läuft in unserer Branche falsch? Weshalb gelingt es uns nicht, gegenüber Verarbeitern und Grossverteilern stärker aufzutreten? Und weshalb schaffen wir es nicht, die Produktionsmengen besser zu steuern, während gleichzeitig selbst innerhalb der Branche zusätzlicher Druck entsteht – etwa durch fehlende Richtpreise beim Futtergetreide und zunehmenden Wettbewerb unter Berufskollegen?

Während die Produzentenpreise gesenkt werden, steigen gleichzeitig die Preise in den Läden teilweise weiter an.

Besonders stossend ist die geplante Preissenkung beim Brotgetreide – einem zentralen Grundnahrungsmittel. Während die Produzentenpreise gesenkt werden, steigen gleichzeitig die Preise in den Läden teilweise weiter an. Diese Entwicklung ist nicht nur schwer nachvollziehbar, sondern untergräbt auch das Vertrauen in die gesamte Wertschöpfungskette.

Die Landwirtschaft bezahlt zunehmend den Preis für den intensiven Preiskampf unter den Grossverteilern. Der Druck wird systematisch nach unten weitergegeben – bis zu den Produzenten, die am wenigsten Spielraum haben. Auf Dauer ist dieses System weder fair noch tragfähig.

Wenn wir eine vielfältige, regionale und nachhaltige Landwirtschaft erhalten wollen, braucht es jetzt ein klares Umdenken. Fairere Marktbedingungen, echte Transparenz in der Preisbildung sowie eine bessere Koordination innerhalb der Branche sind dringend notwendig. Denn eines ist klar: Werden die Produzentenpreise weiter gedrückt, bezahlen am Ende alle – nicht nur die Bauernfamilien, sondern auch die Versorgungssicherheit unseres Landes.

Veröffentlicht von Markus Dietschi

Unternehmer und Landwirt aus Leidenschaft

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